Besser lernen

Ein jeder von uns kennt das: egal ob in der Schule, der Universität oder bei Fort- und Weiterbildungen im Berufsleben. Es gibt immer wieder Situationen in denen wir Dinge auswendig lernen müssen. Aber vielen Menschen fällt gerade monotones auswendig lernen sehr schwer. Besonders wenn Inhalte langweilig sind oder der Lernende zu ihnen einfach keinen Zugang findet. Dabei gibt es ein paar einfache Tipps und Kniffe, die das Lernen erleichtern und den Lernerfolg erhöhen und zwar ohne mehr Zeit oder mehr Ressourcen zu verbrauchen. Zuerst sollte man sich einen Überblick über die Inhalte verschaffen und Strukturen herausarbeiten. Vermeiden Sie es einfach drauf los zu lernen. Es könnte nämlich dazu führen, dass am Ende der Lernzeit einige Inhalte sehr ausführlich gelernt wurden, für andere jedoch gar keine Zeit mehr blieb. Nutzen Sie außerdem Kontexteffekte. Ein Kontexteffekt zeigt sich beispielsweise darin, dass Informationen, die in der selben Umgebung abgerufen werden sollen, in der sie gelernt wurden, dem Gehirn leichter zugänglich sind als in anderen Umgebungen. Lernen Sie also am besten direkt am Prüfungsort. Falls dies nicht geht, trinken oder essen Sie beim Lernen etwas, dass Sie später mit in die Prüfung nehmen können. Es mag vielleicht komisch klingen, doch diese positiven Effekte konnten in der Forschung mehrfach belegt werden. Last but not least: ein hohes Stresslevel wirkt sich negativ auf die Erinnerungsfähigkeit aus. Es gibt zahlreiche Stressreduktionsmechanismen wie Progressive Muskel Relaxation (PMR), Autogenes Training oder Selbsthypnosetechniken, um sich schnell in einen entspannteren Zustand zu bringen. Machen Sie sich also nicht verrückt und fangen Sie rechtzeitig an! Wer sich gewissenhaft auf eine Prüfung vorbereitet hat, hat in der Regel eh nichts zu befürchten.

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Was Stress mit unserem Gehirn macht

Stress ist eigentlich eine Art Alarmzustand. Evolutionär betrachtet bereitet er den Körper darauf vor, im nächsten Moment zu kämpfen oder zu flüchten. Egal ob Prüfungen, Streit oder Termindruck – fühlen wir uns gestresst, schütten unter anderem unsere Nebennieren das Stresshormon Cortisol aus. Dieses Hormon wirkt auch im Gehirn, genauer gesagt im Hippocampus. Der Hippocampus ist neben weiteren Aufgaben, für die Informationsverarbeitung und räumliche Orientierung verantwortlich. Bei geringem oder nur gelegentlich auftretendem Stress sorgt dieser für Leistungssteigerungen, z.B. beim Erfassen von Situation oder beim Orientieren. Großer und ständig anhaltender Stress hingegen überfordert die Synapsen im Hippocampus und sorgt auf Dauer für deren Absterben. Kommt es so weit, sind irreparable Schäden oft nicht auszuschließen. Die Folgen sind Konzentrationsschwächen, kognitive Leistungseinbußen und Burn-out-Syndrom. Geben Sie also sich selbst und Ihren Synapsen in stressigen Zeiten immer mal wieder die Möglichkeit sich zu erholen. So bleiben Sie auch in Zukunft mental fit und leistungsfähig.

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Sicherheit und Freude

Der Mensch sucht sein ganzes Leben eigentlich primär nach zwei Dingen: Freude und Sicherheit. Freude und Sicherheit in sich selbst, im Gegenüber, in seiner Umwelt oder gar in seinem Glauben an etwas Höheres. Häufig müssen wir uns erstmal sicher fühlen, um in der Lage zu sein, Freude zuzulassen, aber andersherum kann große Freude auch zu einer Abhängigkeit führen, da wir mehr von dem haben wollen, was uns Freude bereitet und schon fühlen wir uns wieder unsicher und inkomplett, weil wir etwas anderes brauchen, um diese Freude in uns entstehen zu lassen. Dieses Dilemma zwischen Freude und Sicherheit führt dann an irgendeinem Punkt dazu, dass wir uns der Abhängigkeit ergeben. Und dieser Zustand der Abhängigkeit von dem „Objekt“ oder „Subjekt“, das uns sicher oder freudig fühlen lässt, wird erst dann zum Problem, wenn es nicht mehr verfügbar ist. Wenn wir beispielsweise unseren Job verlieren, der Partner sich trennt usw. Jeder kennt diese Momente des Entbehrens von etwas, was einem zur Gewohnheit geworden war. Wenn der Partner, der einen auf andere Gedanken gebracht hat, der sich gekümmert hat plötzlich nicht mehr mit einem zusammen sein will. Wenn die finanzielle Sicherheit nach dem Jobverlust nicht mehr so groß ist, wie in der Zeit als man ein geregeltes Einkommen hatte. Wenn der Hund, der einem soviel Freude bereitet hat gestorben ist. Diese vielen Momente der Sicherheit und Freude sind zur Gewohnheit geworden und wir betrachten sie nach deren Verlust als einen Mangel, ein Wegfallen, einen Entzug. Wir rebellieren, trauern, sprechen Schuldzuweisungen aus, fühlen uns ohnmächtig und hilflos. Dabei waren sie ein Geschenk und keine Garantie – und Geschenke sind etwas Besonderes, etwas Außergewöhnliches – jeden Tag, jede Stunde und jede Minute aufs Neue – egal in welcher Regelmäßigkeit sie auftreten. Sei also nicht traurig, dass es vorbei ist, sondern freu dich, dass es passiert ist.


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Partnerschaft, Nähe und Kommunikation will gelernt sein

Beziehungsfähigkeit ist nicht angeboren, sondern erlernt. Eigentlich sollten wir sie bei den eigenen Eltern lernen, doch die können nur weitergeben, was sie selbst gelernt haben. Wenn man als Kind kaum gute Vorbilder hatte, von denen man gesundes und respektvolles Beziehungsverhalten lernen konnte, dann heißt das nicht, dass man es nie lernen kann. Es heißt einfach nur, dass man es nachträglich lernen muss. Wir können aus den Fehlern unserer Eltern lernen, aber dafür müssen wir uns mit ihnen auseinandersetzen und sie verstehen. Außerdem brauchen wir neue Vorbilder, um an Hand von gewissen Verhaltensmuster zu spüren und zu erleben, wie ein gutes Miteinander funktioniert. Suchen Sie sich Beispiele von Menschen, die für Sie gute Partnerschaft leben, lesen Sie Bücher zu dem Thema oder besuchen Sie Seminare. Um eine glückliche Beziehung führen zu können, müssen Sie sich Grundfertigkeiten aneignen. Dazu gehören Kommunikation, Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmung und Umgang mit Verhaltensmustern. 

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Zwischen Empfindung und Erinnerung

Unser Gehirn besteht aus Milliarden von Neuronen und jeder Eindruck, jede Empfindung führt zur Aktivierung von Neuronen. Das Feuern eines einzelnen Neurons jedoch reicht nicht aus, um zu einem bewussten Eindruck zu führen. Erst die Aktivität von Millionen von Neuronen führt zu einem Aktivitätsmuster, welches ab einem gewissen Schwellenwert den Thalamus (Gehirnregion, auch "das Tor zum Bewusstsein") passieren kann, um dann zu einem bewusst wahrgenommenen Gefühl, einer Wahrnehmung oder einem Gedanken zu werden. Jede dieser sensorischen Empfindungen lösen ein neues Muster aus und einige dieser Muster führen zu einer physiologischen Veränderung im Gehirn, um später als Erinnerung erneut abgerufen zu werden. Da unser Gehirn jedoch kein Computer ist, sondern fluide, treten immer nur ähnliche Aktivierungsmuster auf. Wir erleben also niemals das Gleiche zum zweiten Mal.

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